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Wortfolge im Hauptsatz

Ein Satz besteht aus Subjekt (Person oder Sache, die die Tätigkeit ausführen), Prädikat (konjugiertes Verb) und eventuell anderen Satzteilen.

In einem Hauptsatz (mit Punkt am Ende) steht das Prädikat an zweiter Stelle.

I II III
Ich gehe heute ins Kino.
Unser Vater spielt gern Tennis.
Natalie faulenzt nicht gern.
Ich gehe heute ins Kino.
= Ich gehe heute ins Kino.
Unser Vater spielt gern Tennis.
= Unser Vater spielt gern Tennis.
Natalie faulenzt nicht gern.
= Natalie faulenzt nicht gern.

Wenn ein anderer Satzteil in einem Hauptsatz an erster Stelle steht, kommt das Subjekt gleich nach dem Prädikat.

I II III
Heute gehe ich ins Kino.
Heute gehe ich ins Kino.
= Heute gehe ich ins Kino.

Fragesatz

Entscheidungsfrage – ohne Fragewort: Prädikat an erster Stelle, gleich danach das Subjekt.

I II III
Gehst du heute ins Kino?
Gibt es etwas über Architektur?
Gehst du heute ins Kino?
= Gehst du heute ins Kino?
Gibt es etwas über Architektur?
= Gibt es etwas über Architektur?

Auf solche Entscheidungsfrage antwortet man „Ja.” oder „Nein.”

Ergänzungsfrage – mit Fragewort: an der ersten Stelle das Fragewort, an der zweiten Stelle das Prädikat, gleich danach das Subjekt.

I II III
Wohin gehst du heute?
Wie ist Ihr Name?
Wo ist die Ausstellung?
Wohin gehst du heute?
= Wohin gehst du heute?
Wie ist Ihr Name?
= Wie ist Ihr Name?
Wo ist die Ausstellung?
= Wo ist die Ausstellung?

Fragewörter

Fragewörter beginnen mit dem Buchstaben „w-”.

wer? (= wer?)
  • Wer ist das?
    Wer ist das?
was? (= was?)
  • Was möchtest du trinken?
    Was möchtest du trinken?
  • Was machen wir heute?
    Was machen wir heute?
wessen? (= wessen?)
  • Wessen Katze ist das?
    Wessen Katze ist das?
wem? (= wem?)
  • Wem soll ich helfen?
    Wem soll ich helfen?
wen? (= wen?)
  • Wen besuchen wir heute?
    Wen besuchen wir heute?
warum? (= warum?)
  • Warum warst du nicht in der Schule?
    Warum warst du nicht in der Schule?
wann? (= wann?)
  • Wann kommst du zu uns?
    Wann kommst du zu uns?
wo? (= wo?)
  • Wo wohnst du?
    Wo wohnst du?
  • Wo ist die Ausstellung?
    Wo ist die Ausstellung?
wohin? (= wohin?)
  • Wohin fahrt ihr im Urlaub?
    Wohin fahrt ihr im Urlaub?
woher? (= woher?)
  • Woher kommst du?
    Woher kommst du?

Reihenfolge der Objekte im Satz

Wenn im Satz zwei Objekte als Nomen auftreten, steht das Dativobjekt vor dem Akkusativobjekt.

Ich gebe meinem Freund das Buch.
= Ich gebe meinem Freund das Buch.

Das Objekt als Personalpronomen steht immer vor dem Objekt als Nomen.

Ich gebe ihm das Buch.
= Ich gebe ihm das Buch.
Ich gebe es ihm.
= Ich gebe es ihm.

Wenn im Satz zwei Objekte als Personalpronomen auftreten, steht das Akkusativobjekt vor dem Dativobjekt.

Ich gebe meinem Freund das Buch.
Ich gebe es ihm.

Negation „nicht”

Die Negation „nicht” benutzt man zur Verneinung des ganzen Satzes oder eines Satzteiles.

Verneinung des ganzen Satzes: „nicht” am Satzende, aber vor dem zweiten Verb.

Ich liebe dich nicht.
= Ich liebe dich nicht.
Ich kann leider nicht schwimmen.
= Ich kann leider nicht schwimmen.

Verneinung eines Satzteiles: „nicht” vor dem verneinten Satzteil.

Ich will nicht jetzt schwimmen (sondern in einer Stunde).
= Ich will nicht jetzt schwimmen (sondern in einer Stunde).
Sie geht nicht mit Florian (sondern mit Markus).
= Sie geht nicht mit Florian (sondern mit Markus).

„welch- Frage”

„welch-Frage” benutzt man bei der Auswahl einer bestimmter Person oder Sache unter anderen.

„welch-Frage” steht vor dem Nomen anstatt des Artikels.

„welch-Frage” dekliniert man wie den bestimmten Artikel.

Tabelle 1. – Kasusendungen
maskulin feminina neutral Plural
Nominativ
  • welcher Tisch?
    welcher Tisch?
  • welcher Rock?
    welcher Rock?
  • welche Lampe?
    welche Lampe?
  • welche Jacke?
    welche Jacke?
  • welches Bett?
    welches Bett?
  • welches Kleid?
    welches Kleid?
  • welche Stühle?
    welche Stühle?

  • welche Schuhe?
Genitiv
  • welches Tisches?
  • welches Rockes?
  • welcher Lampe?
  • welcher Jacke?
  • welches Bettes?
  • welches Kleides?
  • welcher Stühle?
  • welcher Schuhe?
Dativ
  • welchem Tisch?
  • welchem Rock?
  • welcher Lampe?
  • welcher Jacke?
  • welchem Bett?
  • welchem Kleid?
  • welchen Stühlen?
  • welchen Schuhen?
Akkusativ
  • welchen Tisch?
  • welchen Rock?
  • welche Lampe?
  • welche Jacke?
  • welches Bett?
  • welches Kleid?
  • welche Stühle?
  • welche Schuhe?

Kausalsätze mit „weil”

Die Konjunktion „weil” bezeichnet eine Ursache. Nach der Konjunktion folgt ein Nebensatz (das Subjekt + andere Satzglieder + das Prädikat am Ende). Wenn der weil-Satz als erster Satzteil kommt, muss dann der Hauptsatz mit dem Prädikat anfangen.

Ich bleibe heute zu Hause, weil ich sehr krank bin.
= Ich bleibe heute zu Hause, weil ich sehr krank bin.
Weil ich sehr krank bin, bleibe ich heute zu Hause.
= Weil ich sehr krank bin, bleibe ich heute zu Hause.
Wir kommen schon am Freitag, weil wir einen langen Weg haben.
= Wir kommen schon am Freitag, weil wir einen langen Weg haben.
Ich bin sauer, weil ich Hunger habe.
= Ich bin sauer, weil ich Hunger habe.

Sätze mit „dass”

Objektsätze mit „dass”

Die Objektsätze beginnen mit der Konjunktion „dass”. Nach der Konjunktion folgt der Nebensatz (das Subjekt + andere Satzteile + am Ende das Prädikat).

Er hat gesagt, dass sie nicht kommen können.
= Er hat gesagt, dass sie nicht kommen können.
Wahrscheinlich haben Sie schon erfahren, dass es neue Lehrerinnen und Lehrer gibt.
= Wahrscheinlich haben Sie schon erfahren, dass es neue Lehrerinnen und Lehrer gibt.
Bist du sicher, dass Ömer in der Schule isst?
= Bist du sicher, dass Ömer in der Schule isst?

Manche Nebensätze vertreten ein Satzglied. Deshalb heißen sie auch Gliedsätze.

Wenn, wie in diesem Fall ein Nebensatz an der Stelle eines Objektes steht, nennt man diesen Objektsatz. Der Nebensatz hat damit die Funktion eines Akkusativobjekts des Hauptsatzes.

Die Frage für einen Objektsatz ist die gleiche wie bei einem Objekt.

Was weißt du? – Ich weiß, dass du in deinem Architektenbüro viel zu tun hast.
= Was weißt du? – Ich weiß, dass du in deinem Architektenbüro viel zu tun hast.
Was hast du erfahren? – Ich habe erfahren, dass der Bus nicht fährt.
= Was hast du erfahren? – Ich habe erfahren, dass der Bus nicht fährt.
Nur knapp 18 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie absolut vertraut im Umgang mit komplexen Fahrzeugtechniken sind.Was gaben 18 Prozent der Umfrageteilnehmer an? Dass sie absolut vertraut im Umgang mit komplexen Fahrzeugtechniken sind.
= Nur knapp 18 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie absolut vertraut im Umgang mit komplexen Fahrzeugtechniken sind. – Was gaben 18 Prozent der Umfrageteilnehmer an? Dass sie absolut vertraut im Umgang mit komplexen Fahrzeugtechniken sind.

Subjektsätze mit “dass”

Wenn ein Nebensatz an der Stelle eines Subjekts steht, nennt man diesen Subjektsatz. Ein Subjektsatz gibt eine Information über das Subjekts eines Satzes an und lässt sich mit “wer” oder “was” erfragen.

Mein größter Wunsch ist, dass meine Freundin mich zu Weihnachten besucht. - Was ist mein größter Wunsch? - Dass meine Freundin mich zu Weihnachten besucht.
= Mein größter Wunsch ist, dass meine Freundin mich zu Weihnachten besucht. - Was ist mein größter Wunsch? - Dass meine Freundin mich zu Weihnachten besucht.
Dass es nicht schneit, ist sehr schade. - Was ist sehr schade? - Dass es nicht schneit.
= Dass es nicht schneit, ist sehr schade. - Was ist sehr schade? - Dass es nicht schneit.

Indirekte Fragesätze

Die Fragen können in den zusammengesetzten Sätzen als Nebensätze auftreten.

In dem Nebensatz aus der Ergänzungsfrage (mit einem Fragewort am Anfang) steht das Prädikat am Ende.

Was hast du heute gekauft?
= Was hast du heute gekauft?
Ich habe gefragt, was du heute gekauft hast.
= Ich habe gefragt, was du heute gekauft hast.
Ich würde auch gerne wissen, wann das Kinocafé aufmacht.
= Ich würde auch gerne wissen, wann das Kinocafé aufmacht.

Der Nebensatz aus der Entscheidungsfrage beginnt mit der Konjunktion „ob“; das Prädikat steht am Satzende.

Kommst du heute zu mir?
Kommst du heute zu mir?
Ich habe gefragt, ob du heute zu mir kommst.
Ich habe gefragt, ob du heute zu mir kommst.
Ist die E-Mail-Adresse richtig?
Ist die E-Mail-Adresse richtig?
Ich bin nicht sicher, ob die E-Mail-Adresse richtig ist.
Ich bin nicht sicher, ob die E-Mail-Adresse richtig ist.
Könnten Sie mich bitte zurückrufen und mir sagen, ob die Reservierung in Ordnung geht?
= Könnten Sie mich bitte zurückrufen und mir sagen, ob die Reservierung in Ordnung geht?

Konditionalsätze mit „wenn”

Die Konjunktion „wenn” bezeichnet eine Bedingung. Nach der Konjunktion folgt ein Nebensatz (das Subjekt + andere Satzglieder + am Ende das Prädikat).

Wenn das Wetter heute schön ist, gehen wir in den Park.
= Wenn das Wetter heute schön ist, gehen wir in den Park.
Wir gehen in den Park, wenn das Wetter heute schön ist.
= Wir gehen in den Park, wenn das Wetter heute schön ist.
Wenn es mit der Karriere als Fußballspieler nichts wird, habe ich schon einen Plan B.
= Wenn es mit der Karriere als Fußballspieler nichts wird, habe ich schon einen Plan B.
Wenn Sie sofort übersiedeln möchten, können Sie bei einer älteren Dame im Stadtzentrum wohnen.
= Wenn Sie sofort übersiedeln möchten, können Sie bei einer älteren Dame im Stadtzentrum wohnen.

Die (irrealen) Konditionalsätze stehen oft im Konjunktiv.

Wenn das Wetter heute schön wäre, würden wir in den Park gehen.
= Wenn das Wetter heute schön wäre, würden wir in den Park gehen.
Wir würden in den Park gehen, wenn das Wetter heute schön wäre.
= Wir würden in den Park gehen, wenn das Wetter heute schön wäre.
Zum Schluss möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass es im Stiegenhaus viel gemütlicher wäre, wenn die Heizung funktionieren würde.
= Zum Schluss möchte ich Sie noch darauf hinweisen, dass es im Stiegenhaus viel gemütlicher wäre, wenn die Heizung funktionieren würde.
Es wäre schön, wenn Sie sich bis Montag nächster Woche melden könnten.
= Es wäre schön, wenn Sie sich bis Montag nächster Woche melden könnten.
Wenn Sie noch ein bisschen warten könnten, hätte ich ein sehr günstiges Angebot.
= Wenn Sie noch ein bisschen warten könnten, hätte ich ein sehr günstiges Angebot.

Konzessivsätze mit „obwohl” und „trotzdem”

Die Konzessivsätze antworten auf die Frage „Trotz welcher Gegengründe?“.

Der Konzessivsatz kann mit der Konjunktion „obwohl“ eingeleitet werden. Nach der Konjunktion folgt der Nebensatz (das Subjekt + andere Satzteile + am Ende das Prädikat).

Obwohl es sehr stark regnet, gehen wir mit dem Hund spazieren.
= Obwohl es sehr stark regnet, gehen wir mit dem Hund spazieren.
Gehen wir mit dem Hund spazieren, obwohl es sehr stark regnet.
= Gehen wir mit dem Hund spazieren, obwohl es sehr stark regnet.
Muss ich auch zahlen, obwohl er kein Mittagessen hat?
= Muss ich auch zahlen, obwohl er kein Mittagessen hat?
Obwohl das nicht der Hausordnung widerspricht, stört es mich sehr bei meiner Arbeit.
= Obwohl das nicht der Hausordnung widerspricht, stört es mich sehr bei meiner Arbeit.

Der Konzessivsatz kann auch mit der Konjunktion „trotzdem“ beginnen. Die Konjunktion erfordert die Inversion (das Prädikat + das Subjekt + andere Satzteile).

Es regnet sehr stark, trotzdem gehen wir mit dem Hund spazieren.
= Es regnet sehr stark, trotzdem gehen wir mit dem Hund spazieren.
Ich habe die Mieter schon mehrmals auf diese Probleme hingewiesen, trotzdem hat sich bisher leider gar nichts geändert.
= Ich habe die Mieter schon mehrmals auf diese Probleme hingewiesen, trotzdem hat sich bisher leider gar nichts geändert.

Konsekutivsätze mit „deshalb”

Die Konjunktion „deshalb” bezeichnet eine Folge. Die Konjunktion erfordert die Inversion (das Prädikat + das Subjekt + andere Satzglieder).

Ich bin sehr krank, deshalb bleibe heute zu Hause.
= Ich bin sehr krank, deshalb bleibe heute zu Hause.
Sie hatten weniger zu tun, deshalb hatten sie bestimmt weniger Stress.
= Sie hatten weniger zu tun, deshalb hatten sie bestimmt weniger Stress.

Finalsätze mit „um…zu” und „damit”

Finalsätze antworten auf die Frage „Wozu?” und „Zu welchem Zweck?“.

Wenn in beiden Satzteilen die Subjekte gleich sind, wird der Finalsatz mit dem Hauptsatz durch die Konjunktion „um“ verbunden, nach der alle anderen Satzglieder stehen, und am Ende des Satzes erscheint der Infinitiv mit „zu“.

ich (= ich) = ich (= ich)

  • Ich lerne fleißig Deutsch. Ich will in Deutschland studieren.
    Ich lerne fleißig Deutsch. Ich will in Deutschland studieren.
  • Ich lerne fleißig Deutsch, um in Deutschland zu studieren.
    Ich lerne fleißig Deutsch, um in Deutschland zu studieren.
  • Zwei Škoda-Automechaniker fahren in ein einsames, österreichisches Alpendorf, um Ski zu fahren.
    Zwei Škoda-Automechaniker fahren in ein einsames, österreichisches Alpendorf, um Ski zu fahren.

In einem „um…zu-Satz“ kommt das Modalverb „wollen“ nicht vor.

  • Laura sieht sich oft Filme an. Sie will mit den Freunden darüber reden.
    Laura sieht sich oft Filme an. Sie will mit den Freunden darüber reden.
  • Laura sieht sich oft Filme an, um will mit den Freunden darüber zu reden.
    Laura sieht sich oft Filme an, um mit den Freunden darüber zu reden.

Wenn die Subjekte in beiden Satzteilen unterschiedlich sind, wird der Finalsatz mit dem Hauptsatz durch die Konjunktion „damit“ verbunden. Nach der Konjunktion folgt der Nebensatz (das Subjekt + andere Satzglieder + am Ende das Prädikat).

ich (= ich) mein Chef (= mein Chef)

  • Ich lerne fleißig Deutsch. Mein Chef soll zufrieden sein.
    Ich lerne fleißig Deutsch. Mein Chef soll zufrieden sein.
  • Ich lerne fleißig Deutsch, damit mein Chef zufrieden ist.
    Ich lerne fleißig Deutsch, damit mein Chef zufrieden ist.

Mehrteilige Konjunktionen „entweder... oder”

Mehrteilige Konjunktionen bestehen aus zwei Teilen. Sie können Satzteile oder auch ganze Sätze miteinander verknüpfen. Der erste Teil steht dann vor dem ersten zu verknüpfenden Satzteil, der andere Teil steht zwischen den zu verknüpfenden Teilen des Satzes.

Junge Männer ab 18 Jahren müssen entweder 6 Monate zum Bundesheer gehen oder einen 9-monatigen Zivildienst bei einer sozialen Organisation machen.
= Junge Männer ab 18 Jahren müssen entweder 6 Monate zum Bundesheer gehen oder einen 9-monatigen Zivildienst bei einer sozialen Organisation machen.
Im Sommer wollen Markus und Stefanie entweder nach Holland oder nach Frankreich fahren.
= Im Sommer wollen Markus und Stefanie entweder nach Holland oder nach Frankreich fahren.
Hans hat immer Glück im Leben. Entweder gewinnt er im Lotto, oder er findet Geld auf der Straße.
= Hans hat immer Glück im Leben. Entweder gewinnt er im Lotto, oder er findet Geld auf der Straße.
Entweder sagst du endlich die Wahrheit, oder ich rufe die Polizei.
= Entweder sagst du endlich die Wahrheit, oder ich rufe die Polizei.

Relativsätze

Relativsätze sind Nebensätze, die das Nomen vom Hauptsatz näher beschreiben. Sie werden im Allgemeinen direkt hinter das Bezugswort gestellt, auf das sie sich beziehen. Relativsätze werden mit einem Relativpronomen oder Relativadverb eingeleitet. Das Relativpronomen muss hierbei in dem jeweiligen Kasus stehen, den das Verb im Nebensatz verlangt. Sie haben die gleichen Formen wie die bestimmten Artikel (außer Dativ Plural). Nach dem Relativpronomen folgt der Nebensatz (das Subjekt + andere Satzteile + am Ende das Prädikat).

Tabelle 1. – Kasusendungen
maskulin feminina neutral Plural
Nominativ
der
die
das
die
Genitiv
des
der
des
der
Dativ
dem
der
dem
denen
Akkusativ
den
die
das
die
Nominativ
Das ist der Mann, der meine Schwester heiraten will.
Das ist der Mann, der meine Schwester heiraten will.
(Wer will meine Schwester heiraten?)
Wer will meine Schwester heiraten?
Genitiv
Das ist der Mann, dessen Haare grau sind.
Das ist der Mann, dessen Haare grau sind.
(Wessen Haare sind grau?)
Wessen Haare sind grau?
Dativ
Das ist der Mann, dem ich gestern begegnet bin.
Das ist der Mann, dem ich gestern begegnet bin.
(Wem bin ich gestern begegnet?)
Wem bin ich gestern begegnet?
Akkusativ
Das ist der Mann, den meine Schwester liebt.
Das ist der Mann, den meine Schwester liebt.
(Wen liebt meine Schwester?)
Wen liebt meine Schwester?

Numerus und Genus des Relativpronomens sind bestimmt vom Nomen im Hauptsatz, Kasus – das Verb im Nebensatz.

Relativpronomen können mit Präpositionen verbunden werden, wie es das Verb im Nebensatz verlangt.

Die Relativsätze können in den Hauptsatz eingeschoben werden (durch Kommas getrennt).

Das ist das Mädchen, das ich gut kenne.
= Das ist das Mädchen, das ich gut kenne.
Dafür ist der Mieter in der Wohnung Nr. 4 verantwortlich, der auch gestern wieder seinen Kampfhund ohne Beißkorb und Leine frei im Haus herumlaufen ließ.
= Dafür ist der Mieter in der Wohnung Nr. 4 verantwortlich, der auch gestern wieder seinen Kampfhund ohne Beißkorb und Leine frei im Haus herumlaufen ließ.
Die Nachbarn, denen ich Geld geliehen habe, sind sehr nett.
= Die Nachbarn, denen ich Geld geliehen habe, sind sehr nett.
Weiters möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass die Frau, die in der Wohnung Nr. 7 wohnt, in der Früh beim Duschen regelmäßig laut und falsch singt.
= Weiters möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass die Frau, die in der Wohnung Nr. 7 wohnt, in der Früh beim Duschen regelmäßig laut und falsch singt.
Die Straßenbahn, auf die ich warte, kommt endlich.
= Die Straßenbahn, auf die ich warte, kommt endlich.

Wenn der Relativsatz ein Verb mit Präposition enthält, muss die Präposition vor das Relativpronomen gestellt werden.

Die Narrenrufe sind Teil der Karnevalskultur, zu der auch die Karnevalsumzüge gehören.
= Die Narrenrufe sind Teil der Karnevalskultur, zu der auch die Karnevalsumzüge gehören.

Bezieht sich das Relativpronomen auf einen Ort, kann das Adverb „wo“ die Präposition und das Relativpronomen ersetzen.

Das ist die Stadt, in der Einstein geboren wurde.
= Das ist die Stadt, in der Einstein geboren wurde.
oder
= oder
Das ist die Stadt, wo Einstein geboren wurde.
= Das ist die Stadt, wo Einstein geboren wurde.

Temporalsätze

Nach den temporalen Konjunktionen folgt der Nebensatz (das Subjekt + andere Satzglieder + am Ende das Prädikat).

Konjunktionen „als” und „wenn”

„Wenn” gebraucht man bei gegenwärtigem und zukünftigem Geschehen oder bei wiederholtem vergangenem Geschehen.
(Die Wiederholung kann man mit den Adverbien „immer”, „jedesmal” betonen).

Wenn er mich besucht, bringt er immer eine Flasche Wein mit.
= Wenn er mich besucht, bringt er immer eine Flasche Wein mit.
Wenn er mich besuchte, brachte er immer eine Flasche Wein mit.
= Wenn er mich besuchte, brachte er immer eine Flasche Wein mit.
Immer wenn in ihrem Leben etwas Besonderes passiert ist, hat sie ein Buch geschrieben.
= Immer wenn in ihrem Leben etwas Besonderes passiert ist, hat sie ein Buch geschrieben.

Temporalfunktion bei Wenn-Sätzen

Wenn‐Sätze können konditional oder temporal sein.

Eine sich wiederholende Handlung: Der „wenn‐Satz“ antwortet in diesem Fall auf die Frage „wann“.

Sie freuen sich, wenn ich zu ihnen komme und erzählen mir aus ihrem Leben.
= Sie freuen sich, wenn ich zu ihnen komme und erzählen mir aus ihrem Leben.
Es ist Winter. Wenn ich morgens aufstehe, ist es draußen noch dunkel.
= Es ist Winter. Wenn ich morgens aufstehe, ist es draußen noch dunkel.
Wenn ich abends zu viel Kaffee getrunken habe, kann ich nachts nicht einschlafen.
= Wenn ich abends zu viel Kaffee getrunken habe, kann ich nachts nicht einschlafen.
Wenn ich mittags Pause mache, klingelt oft mein Telefon und ich werde gestört.
= Wenn ich mittags Pause mache, klingelt oft mein Telefon und ich werde gestört.

Vorzeitigkeit und Bedingung:
Der Temporalsatz mit „wenn“ drückt aus, dass der Sachverhalt im Nebensatz zeitlich vor dem des Hauptsatzes liegt. Die Bedingung muss erfüllt werden, damit sich der Sachverhalt im Hauptsatz verwirklichen kann.

Wenn ich mein soziales Jahr abgeschlossen habe, möchte ich mit dem Studium beginnen.
= Wenn ich mein soziales Jahr abgeschlossen habe, möchte ich mit dem Studium beginnen.
Wenn die Kinder ihre Hausaufgaben gemacht haben, können sie fernsehen.
= Wenn die Kinder ihre Hausaufgaben gemacht haben, können sie fernsehen.
Wenn ich gut Deutsch gelernt habe, möchte ich in Deutschland studieren.
= Wenn ich gut Deutsch gelernt habe, möchte ich in Deutschland studieren.

„Als” gebraucht man bei einmaligem vergangenem Geschehen.

Als ich den Brief gelesen habe, habe ich mich an die Ferien erinnert.
= Als ich den Brief gelesen habe, habe ich mich an die Ferien erinnert.
Als ich Kind war, las ich sehr gern Märchen.
= Als ich Kind war, las ich sehr gern Märchen.
Als sie 16 war, wollte sie groß sein und siegen.
= Als sie 16 war, wollte sie groß sein und siegen.
Vergangenheit Gegenwart, Zukunft
einmalig als wenn
mehrmalig wenn wenn

Konjunktion „bevor“

Bevor ich zu Abend esse, mache ich noch Ordnung in der Küche.
= Bevor ich zu Abend esse, mache ich noch Ordnung in der Küche.
Bevor sie ihren dritten Mann geheiratet hat, war ihre Autobiographie schon fertig.
= Bevor sie ihren dritten Mann geheiratet hat, war ihre Autobiographie schon fertig.

Konjunktion „seit“ / „seitdem“

Seitdem ich sie kennen gelernt habe, geht es mir viel besser.
= Seitdem ich sie kennen gelernt habe, geht es mir viel besser.
Seitdem ich dieses Lied singe, kommt die Knef in meine Träume.
= Seitdem ich dieses Lied singe, kommt die Knef in meine Träume.

Konjunktion „bis“

Wir bleiben hier, bis eure Eltern kommen.
= Wir bleiben hier, bis eure Eltern kommen.

Konjunktion „während“

Während in Europa noch Krieg herrschte, drehte sie bereits die ersten Filme.
= Während in Europa noch Krieg herrschte, drehte sie bereits die ersten Filme.

Infinitivsätze

Der Infinitiv steht immer am Satzende.

Vor dem Infinitiv kann das Wort „zu” stehen, das aber keine eigene Bedeutung hat.

Der Infinitiv ohne „zu” tritt auf bei:

  • Modalverben:

    Ich kann sehr gut schwimmen.
    = Ich kann sehr gut schwimmen.
    Können Sie mich bitte beraten?
    = Können Sie mich bitte beraten?
  • im Konjunktiv nach „würde”:

    Ich würde gern nach Australien reisen.
    = Ich würde gern nach Australien reisen.
  • in Futur I:

    In 20 Jahren werden die Menschen auf dem Mond leben.
    = In 20 Jahren werden die Menschen auf dem Mond leben.
  • nach Verben der Bewegung:

    Wir gehen schwimmen.
    = Wir gehen schwimmen.
    Wann kommst du essen?
    = Wann kommst du essen?
  • nach Verben der Wahrnehmung:

    Ich sehe die Kinder spielen.
    = Ich sehe die Kinder spielen.
    Ich höre die Nachbarin singen.
    = Ich höre die Nachbarin singen.
  • nach den Verben: „lernen“, „lehren“, „helfen“:

    Wir lernen Deutsch sprechen.
    = Wir lernen Deutsch sprechen.
    Ich helfe dir die Hausaufgaben machen.
    = Ich helfe dir die Hausaufgaben machen.
  • nach dem Verb „lassen”:

    Ich lasse das Fahrrad reparieren.
    = Ich lasse das Fahrrad reparieren.

In anderen Fällen steht „zu“ vor dem Infinitiv am Satzende. Zwischen Hauptsatz und einem Infinitivsatz mit „zu“ kann ein Komma stehen.

Es fängt an zu regnen.
= Es fängt an zu regnen.
Hör auf zu rauchen.
= Hör auf zu rauchen.
Ich habe vor, ein Konto zu eröffnen.
= Ich habe vor, ein Konto zu eröffnen.
Ich bitte Sie, hier noch zu unterschreiben.
= Ich bitte Sie, hier noch zu unterschreiben.

Infinitivsätze mit “zu”

Strukturen mit „zu“ vor dem Infinitiv:

  • es ist + Adjektiv:

    Es ist gesund viel Obst zu essen.
    = Es ist gesund viel Obst zu essen.
  • haben + Nomen:

    Ich habe jetzt keine Zeit mit dir zu sprechen.
    = Ich habe jetzt keine Zeit mit dir zu sprechen.
    Wir haben die Absicht, die Sache noch einmal zu besprechen.
    = Wir haben die Absicht, die Sache noch einmal zu besprechen.

Wenn es in einem Satz nur ein Subjekt gibt, aber zwei Verben, können mit zu die Verben verbunden werden. In diesem Fall wird das erste Verb konjugiert und das zweite Verb steht im Infinitiv am Satzende.

Helga versucht zu schlafen.
= Helga versucht zu schlafen.

Wenn es sich um einen Infinitivsatz handelt, muss ein Komma gesetzt werden. Bei einem Infinitivsatz bezieht sich das Verb aus dem Hauptsatz auf die Handlung des Nebensatzes. Der Infinitiv steht mit zu an der letzten Stelle.

Helga versucht, nachts früh zu schlafen.
= Helga versucht, nachts früh zu schlafen.

Der Infinitiv mit zu tritt besonders beim Gebrauch nach bestimmten Verben auf. Manche dieser Verben sind unten aufgeführt:

versuchen
= versuchen
Ich versuche, die Vokabeln so schnell wie möglich zu lernen.
= Ich versuche, die Vokabeln so schnell wie möglich zu lernen.
hoffen
= hoffen
Ich hoffe, dich bald wiederzusehen.
= Ich hoffe, dich bald wiederzusehen.
vorschlagen
= vorschlagen
Ich schlage vor, heute Abend in einem Restaurant zu essen.
= Ich schlage vor, heute Abend in einem Restaurant zu essen.
aufhören
= aufhören
Ich habe letzten Freitag aufgehört zu rauchen.
= Ich habe letzten Freitag aufgehört zu rauchen.
beginnen
= beginnen
Morgen beginne ich, abends eine Stunde Sport zu machen.
= Morgen beginne ich, abends eine Stunde Sport zu machen.
sich freuen
= sich freuen
Ich freue mich, dich am Wochenende zu treffen.
= Ich freue mich, dich am Wochenende zu treffen.

Modalpartikel

Die deutsche Sprache ist eine an Modalpartikeln reiche Sprache. Modalpartikeln kommen vor allem in der gesprochenen Sprache vor. Es sind unflektierbare Wörter, die eine Absicht ausdrücken und oft eine bestimmte Emotion des Sprechenden zum Ausdruck bringen, dadurch können sie die Wirkung der gesprochenen Sätze verstärken oder abschwächen.

„Mit ihrer Hilfe kann der Sprecher Gewißheit, Annahme, Distanzierung, gefühlsmäßige Einstellung oder rationale und qualitative Bewertung signalisieren." (Helbig/Helbig 1990: Klappentext).

Viele Modalpartikel können oft mehrere Bedeutungen haben. Sie stehen meistens in der Satzmitte hinter dem Verb und dem Pronomen.

Beispiele für einige Modalpartikel:

aber
= aber
Das war aber ein Film! Ich werde ihn Jahre lang nicht vergessen.
= Das war aber ein Film! Ich werde ihn Jahre lang nicht vergessen.
doch
= doch
Wieso stehen Sie vor der Tür? Kommen Sie doch rein!
= Wieso stehen Sie vor der Tür? Kommen Sie doch rein!
bloß
= bloß
Wo ist bloß meine Brille? Ich hatte sie doch eben noch.
= Wo ist bloß meine Brille? Ich hatte sie doch eben noch.
denn
= denn
Wieder bei der Arbeit? Bist du denn wieder ganz gesund?
= Wieder bei der Arbeit? Bist du denn wieder ganz gesund?
ja
= ja
Horst kann mir das Rauchen nicht verbieten. Er ist ja nicht mein Vater.
= Horst kann mir das Rauchen nicht verbieten. Er ist ja nicht mein Vater.
wohl
= wohl
Mit 200 km/h auf der Landstraße! Du bist wohl lebensmüde!
= Mit 200 km/h auf der Landstraße! Du bist wohl lebensmüde!
eigentlich
= eigentlich
Du sag mal, ist Paul eigentlich verheiratet? Ich sehe ihn immer allein auf den Partys?
= Du sag mal, ist Paul eigentlich verheiratet? Ich sehe ihn immer allein auf den Partys.
schon
= schon
Er hatte sowieso nicht mehr viel Geld im Spiel. Wie hoch kann der Verlust schon sein?
= Er hatte sowieso nicht mehr viel Geld im Spiel. Wie hoch kann der Verlust schon sein?
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